Smash little WEF 2016!

Zum 46. Mal treffen sich vom 11. bis zum 13. Mai die selbsternannten „leaders of tomorrow“ mit den „leaders of today“ in St.Gallen am HSG-Symposium. Mit dabei sind dieses Jahr unter anderen Frontex-Chef Fabrice Leggeri, Nestlé-Boss Peter Brabeck, der Direktor des schweizerischen Nachrichtendiensts Markus Seiler und der CEO der Credit Suisse, Tidjane Thiam. Dagegen gibt es eine Kampagne als Gegenveranstaltung zum HSG-Symposium und eine Demo am 13. Mai um 19:00Uhr in St.Gallen!

Nach dem erfolgreichen MOBI-Tag vom 5.5. im Rümpeltum – bei dem sowohl der Vortrag und Workshop, sowie die Konzerte am Abend sehr gut besucht war – steht am kommenden Freitag 13. Mai die Demo dazu an. Wir tragen unseren Protest auf die Strasse!

Unten gegen Oben oder „You only live once“

Wenn dieser „yolo“-Satz wirklich stimmt und wir also wirklich nur einmal leben, dann sollten wir uns schleunigst fragen, was das denn für eine Welt ist, auf der wir leben. Und uns fragen, wer und was denn bestimmt, wie diese Welt funktioniert, oder eben nicht funktioniert und vor die Hunde geht. Aber zuerst ein kurzer Blick in die Vergangenheit:

Gewisse Damen und Herren hätten im Mai 1898 in St.Gallen keinen besseren und ehrlicheren Ort auswählen können, an dem sie ihre Universität hinpflanzten: den Rosenberg (aka „Bonzenalp“). Und seit da trohnt sie hoch über unser aller Stadt, mitten im Einfamilienquartier und blickt auf uns herab: die einstige Handelsakademie und heute stolze Kaderschmiede für den Hedgefondsmanager, die Spekulantin und den Bänker von morgen. Die wundersame HSG.

Ein paar fleissige Bienlein aus eben diesem Haus organisieren seit 1968 jedes Jahr das sogenannte „St.Gallen Symposium“. Ein Stelldichein der Mächtigen und Reichen aus Wirtschaft und Politik, die gemeinsam die „relevanten Fragen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft“ diskutieren wollen.

Die Uni vom Berg steht für uns symbolisch für die politischen Widersprüche und Konflikte zwischen Oben (jenen die herrschen, die Stutz haben) und Unten (jenen, die den ganzen Tag ackern und die Traurigkeit und die Konkurrenzkacke des Kapitalismus am Leibe zu spüren bekommen). Stress und Konkurrenzdruck am und neben dem Arbeitsplatz, wenig Zeit für Freund*innen, für die schönen Dinge im Leben, Krieg, Armut, Elend sind Ausdruck einer Gesellschaftsordnung, die alles der Verwertbarkeit unterordnet, die aus allem Geld und noch mehr Geld machen will. Aber auch einer Logik, die Waffenproduktion und –exporte mit dem Argument auf Arbeitsplätze rechtfertigt

Zu Gast dieses Jahr sind unter anderem: Peter Brabeck vom Nahrungsmulti Néstle („Wasser ist kein Menschenrecht“) und Fabrice Leggeri von Frontex, einer der zentralsten Grenzschutzorganisationen, welche am Aufbau der „Festung Europa“ und am Massenmord im Mittelmeer wesentlich beteiligt ist (und nota bene auch noch einen haufen Stutz damit verdient).

Für die häppchen- und apéromampfenden Eliten von heute und morgen ist dieses Wirtschafts- und Politikverständnis alternativlos und in Stein gemeisselt ist. Wir glauben da nicht dran.

Also, yolo, gehen wirs an, ab auf die Strasse gegen dieses organisierte Scheisse von oben aufm Hügel.

Jahr für Jahr: Smash little WEF!